Ein Chihuahua-Welpe braucht in den ersten Wochen vor allem Sicherheit, feste Abläufe und viele freundliche, kurze Lernerfahrungen. Wer Stubenreinheit, Alleinbleiben und den Umgang mit der Umwelt früh und ohne Druck übt, verhindert, dass aus dem charmanten Winzling ein bellender „Kleiner Tyrann“ wird.
Vor dem Einzug: Sicher einrichten
Ein Welpe von wenigen hundert Gramm bis zu einem Kilo ist leicht zu übersehen. Prüfe deshalb dein Zuhause aus Hundesicht:
- Spalten hinter Möbeln, Türen und Schubladen sichern
- Kabel, Pflanzen und kleine Gegenstände wegräumen
- Rückzugsort mit Decke oder Körbchen an einem ruhigen, warmen Platz einrichten
- Hochlager wie Sofa oder Bett mit einer Rampe oder Treppe versehen, denn Sprünge belasten Knie und Knochen
- Regeln für Familie und Besuch: Türen vorsichtig schließen und beim Gehen auf den Boden achten
Die ersten Tage und Wochen: ein Zeitplan
- Woche 1 bis 2: Eingewöhnen. Feste Schlaf-, Fütter- und Gassizeiten, wenig Besuch, viel Ruhe. Ein Welpe schläft häufig und braucht ungestörte Pausen.
- Woche 3 bis 6: Neue Geräusche, Böden, Menschen und geimpfte, verträgliche Hunde kennenlernen, immer in kleinen Dosen. Erste Signale wie Name, „Sitz“ und Rückruf spielerisch üben.
- Etwa 4 bis 7 Monate: Zahnwechsel. Der Welpe kaut mehr. Lass in der Praxis kontrollieren, ob Milchzähne nicht ausfallen.
- Ab dem Junghundalter: Hundeschule oder Gruppentraining vertieft die Grundlagen.
Impfungen, Entwurmung und Chip legst du mit deiner Tierarztpraxis fest; sie weiß, wann dein Welpe nach draußen darf.

Stubenreinheit: kleine Blase, kurze Abstände
Chihuahuas haben eine winzige Blase und müssen oft raus. Geh mit dem Welpen nach dem Aufwachen, nach dem Fressen, nach dem Spielen und etwa jede ein bis zwei Stunden nach draußen. Wähle immer denselben Platz und lobe sofort, wenn er sein Geschäft erledigt. Passiert ein Malheur, wische es kommentarlos auf. Schimpfen bringt nichts, es verunsichert nur. Gerade in der kalten Jahreszeit mögen viele Chihuahuas nicht gern raus; trockene, warme Wege und ein kleines Mäntelchen erleichtern das.
Sozialisierung: nicht auf dem Arm durchs Leben
Aus Angst vor Gefahren tragen viele Halter ihren Chihuahua dauernd. Das kann ihn aber unsicher machen und zum Anspruchsdenken führen. Lass ihn auf eigenen Pfoten die Welt entdecken, immer mit Schutz vor zu großen oder stürmischen Hunden. Zeige ihm Menschen, Fahrräder, Kinderwagen und Straßenlärm, ohne ihn zu überfordern. Beende jede Übung, solange er noch entspannt ist. Besonders wichtig sind positive Erfahrungen mit Fremden, denn die Rasse neigt zu Misstrauen.
Alleinbleiben und Bellen
Chihuahuas binden sich eng an eine Person. Übe das Alleinbleiben in winzigen Schritten: erst Sekunden im Nebenraum, dann Minuten, dann länger. Verlasse und betrete die Wohnung ruhig, ohne große Begrüßung. Kommt dein Hund zur Ruhe, belohne ihn. Zum Bellen: Melden ist erlaubt, Dauerbellen nicht. Lobe, sobald er aufhört, und lenke ihn mit einer kleinen Aufgabe um. Lauter werden oder Sprühflaschen schaden dem Vertrauen.
Erziehung mit positiver Verstärkung
Arbeite mit Lob, Spiel und kleinen Futterstücken. Der Chihuahua ist klug, aber sensibel; harte Methoden machen ihn ängstlich oder aggressiv. Halte Einheiten kurz, drei bis fünf Minuten genügen, und sei in den Regeln konsequent: Was heute erlaubt ist, darf morgen nicht verboten sein. Gewöhne ihn früh an Geschirr, Bürste und Zahnputzen, damit Pflege später entspannt abläuft. Rechne Leckerli in die Tagesration ein.
Alltag, Besuch und Kinder
Erkläre Besuch und Familie, wie man einen Chihuahua anfasst: nicht aus der Höhe greifen, nicht über den Kopf streicheln, bei Stress in Ruhe lassen. Kinder sollten sich auf den Boden setzen, damit der Hund zu ihnen kommen kann, statt hochgehoben zu werden. Gib deinem Welpen einen Rückzugsort, den niemand stört. Zeige ihm, dass Spaziergänge, Autofahrten und Tierarztbesuche etwas Schönes sein können, etwa mit einem Leckerli im Wartezimmer. Das zahlt sich später aus, wenn Untersuchungen anstehen.
Erstausstattung als Checkliste
- Geschirr in passender Größe und leichte Leine
- Körbchen oder Höhle, warme Decke
- kleiner Napf, Küchenwaage für die Futtermenge
- weiche Bürste, Zahnbürste und Hundezahnpasta
- Rampe oder Trittstufe fürs Sofa, bei Kälte ein Mäntelchen
Häufige Fragen
Wann darf der Welpe zum ersten Mal raus?
Das hängt vom Impfstatus ab. Besprich den Zeitpunkt mit deiner Tierarztpraxis. Bis dahin lernt er viel in Wohnung, Garten und auf deinem Arm.
Ist ein Chihuahua für Kinder geeignet?
Für kleine Kinder eher nicht, denn ein Sturz kann schwer verlaufen. Ältere Kinder lernen mit Anleitung, den Hund richtig zu behandeln.
Wie lange darf ein Welpe allein sein?
Anfangs nur wenige Minuten, die Dauer steigerst du langsam über Wochen. Kein Welpe sollte stundenlang allein sein.
Wesen, Pflege und Gesundheit im Überblick findest du im Chihuahua-Steckbrief.

