Die Englische Bulldogge gehört zu den Rassen mit den höchsten Folgekosten, weil Tierarztbesuche, Pflege und Vorsorge oft mehr Raum einnehmen als bei robusteren Hunden. Konkrete Summen hängen von Region und Anbieter ab. Hier erfährst du, welche Kostenarten es gibt und wie du dein eigenes Budget aufstellst.
Anschaffung beim seriösen Züchter
Seriöse Zuchten investieren in Untersuchungen der Elterntiere, tierärztliche Betreuung, Geburtsbegleitung und Aufzucht. Da Geburten bei dieser Rasse oft per Kaiserschnitt erfolgen, kann der Aufwand für Züchter hoch sein, was sich im Preis niederschlagen kann. Als grobe Orientierung gilt: im oberen Bereich der Hunderassen, aber regional und je Anbieter sehr unterschiedlich, bitte aktuell recherchieren.
Sei vorsichtig bei auffällig niedrigen Preisen, fehlendem Kontakt zur Mutterhündin, Angeboten ohne Papiere oder Gesundheitsnachweise und bei Anbietern mit vielen Rassen. Wer günstig kauft, zahlt später oft über die Tierarztrechnung drauf. Frage nach Nachweisen zu Atmung, Hüften und Augen der Elterntiere.
Erstausstattung
- großes, stabiles Körbchen, kühlende Liegeflächen
- Geschirr in passender Größe, Leine, Näpfe, Anti-Schling-Napf
- Pflegeset für Falten, Zähne, Krallen und Augen
- Rampe oder Treppe für Sofa und Auto, rutschfeste Matten
- Transportlösung, die zur Größe passt, und Ventilator oder Kühlmatte
- Welpengitter, Spielzeug, Erste-Hilfe-Ausstattung

Laufende Kosten
- Futter: Mit 22 bis 25 Kilogramm Gewicht fällt mehr an als bei Kleinhunden. Leckerlis und Kauartikel kommen dazu.
- Tierarzt und Vorsorge: Impfungen, Parasitenschutz, jährlicher Check, Zahn-, Augen- und Hautkontrollen. Bei kurznasigen Rassen sind zusätzliche Untersuchungen, Behandlungen und Eingriffe häufiger, ebenso Narkosen mit besonderer Überwachung.
- Hundehaftpflicht: In manchen Bundesländern Pflicht, in jedem Fall sinnvoll. Prüfe, ob die Rasse eingeschlossen ist.
- Hundesteuer: Je Gemeinde unterschiedlich. Frag beim zuständigen Amt nach dem aktuellen Satz.
- Kranken- oder OP-Versicherung: Optional, aber bei dieser Rasse genau zu prüfen. Rassetypische Erkrankungen und Vorerkrankungen werden teils ausgeschlossen. Achte auf Wartezeiten, Höchstgrenzen, Selbstbeteiligung und Altersgrenzen beim Abschluss.
- Hundeschule: Welpengruppe und Aufbau, je nach Anbieter unterschiedlich.
- Pflege: Tücher, Zahnpflege, Shampoo, Krallenpflege.
- Urlaubsbetreuung: Pension oder Sitter mit kühlen Räumen und Erfahrung mit kurznasigen Hunden.
Zusätzlich solltest du bedenken, dass die Rasse laut Steckbrief eine verkürzte Lebenserwartung hat und im Alter mehr Betreuung braucht. Warum Gesundheitsfragen die Kosten so stark prägen, erklärt der Artikel Englische Bulldogge: Typische Erkrankungen und wie du vorbeugst.
Kosten für Kühlung, Wohnung und Alltag
Neben den offensichtlichen Posten gibt es Ausgaben, die bei der Englischen Bulldogge leicht vergessen werden. Dazu gehören Kühlung im Sommer, etwa ein Ventilator, Kühlmatten oder höhere Stromkosten, rutschfeste Böden oder Läufer, Rampen für Auto und Sofa sowie Waschmittel und Ersatz für Decken, weil Sabber und Feuchtigkeit sie stark beanspruchen. Wegen des Gewichts kann auch ein größeres Auto oder ein stabiler Transportplatz nötig sein, und im Alter vielleicht eine Tragehilfe. Wer mit dem Hund verreist, sollte außerdem klimatisierte Unterkünfte einplanen.
Wenn eine Behandlung ansteht
Die größten Einzelposten entstehen bei Eingriffen, etwa an den Atemwegen, den Augen oder den Gelenken, sowie bei Notfällen durch Hitze oder Atemnot. Lass dir bei planbaren Behandlungen einen Kostenvoranschlag geben, frage nach Alternativen und nach der Dringlichkeit, und überlege in Ruhe, was für deinen Hund sinnvoll ist. Bei Notfällen bleibt dazu oft keine Zeit, deshalb ist eine Rücklage so wichtig. Sprich außerdem früh mit der Praxis über Zahlungsmöglichkeiten, falls sie dir wichtig sind.
Rechenhilfe zum Selbstausfüllen
Hole dir aktuelle Angebote und trage sie ein:
- einmalig: Kaufpreis, Erstausstattung, Erstuntersuchung, Impfungen, Chip und Registrierung, Welpenkurs
- monatlich: Futter, Leckerlis, Pflegebedarf, Parasitenschutz, Versicherungsbeiträge
- jährlich: Hundesteuer, Haftpflicht, Impfungen, Vorsorge, Zahnkontrolle
- Urlaub: Tage mal Tagessatz
- Rücklage: fester Monatsbetrag für unerwartete Tierarztkosten
Addiere die Jahreskosten und teile sie durch zwölf. Plane die Rücklage bewusst großzügig, denn eine einzelne Behandlung kann das Jahresbudget stark verändern.
Typische Fehler bei der Kostenplanung
Viele Interessenten rechnen zu knapp, weil sie die Rasse mit einem durchschnittlichen Hund vergleichen. Kalkuliere lieber vorsichtig und freue dich, wenn am Jahresende Geld übrig bleibt. Dieses Geld wandert in die Rücklage.
- nur den Kaufpreis betrachten
- Versicherung ohne Prüfung der Ausschlüsse abschließen
- keine finanzielle Reserve für Atem-, Haut- oder Augenprobleme einplanen
- Kosten für Pflege, Rampe und Kühlung vergessen
- nur an den Welpen denken und nicht an Seniorenjahre
Häufige Fragen
Warum ist die Englische Bulldogge teurer im Unterhalt?
Wegen der häufigeren Untersuchungen und Behandlungen, die mit Atmung, Haut, Augen und Gelenken zusammenhängen können. Garantiert ist das nicht, aber du solltest vorbereitet sein.
Soll ich eine Versicherung abschließen?
Das ist eine persönliche Entscheidung. Vergleiche Bedingungen genau oder lege regelmäßig eine Summe zur Seite.
Wie finde ich die Hundesteuer heraus?
Frag bei deiner Gemeinde nach. Sie unterscheidet sich je Ort.
Mehr zur Rasse findest du im Steckbrief der Englischen Bulldogge.

