Wie fütterst du einen Mops richtig? Mit einer abgewogenen Tagesration, die zu Alter, Gewicht und Aktivität passt, und mit konsequentem Einrechnen aller Leckerli. Der Mops ist ein Meister im Betteln und neigt stark zu Übergewicht, was Atmung, Rücken und Gelenke zusätzlich belastet.
Warum Übergewicht beim Mops besonders schwer wiegt
Ein Mops wiegt typischerweise sechs bis acht Kilogramm. Ein bis zwei Kilo zu viel sind deshalb schon ein erheblicher Anteil. Zusätzliches Fett verengt die Atemwege weiter, macht den Hund hitzeempfindlicher und belastet die Wirbelsäule. Viele Möpse wirken fast ständig hungrig, doch Futtergier bedeutet nicht echten Bedarf.
Der Körper-Check: Ist dein Mops im Idealgewicht?
Die Waage ist nur eine Hilfe. Wichtiger ist der Blick und der Griff:
- Du solltest die Rippen mit leichtem Druck ertasten können, ohne dass sie sich vorwölben.
- Von oben ist eine leichte Taille erkennbar.
- Von der Seite zieht sich der Bauch nach hinten leicht hoch.
- Kein Fettwulst an Brust und Rute.
Wiege deinen Hund alle zwei Wochen und notiere das Gewicht. Eine Abweichung bemerkst du so früh, bevor sie zum Problem wird.

Menge: So findest du die passende Ration
Die Fütterungsempfehlung auf der Futterverpackung ist ein Startwert, gerechnet auf das Wunschgewicht. Der tatsächliche Bedarf hängt von Alter, Aktivität, Kastration und Stoffwechsel ab und lässt sich nur durch Beobachtung anpassen. Wiege jede Ration mit einer Küchenwaage ab. Der Messbecher ist ungenau: Je nach Füllung unterscheidet sich die Menge um viele Gramm. Besprich Änderungen und besonders eine Diät mit deiner Tierarztpraxis; sie legt mit dir ein Zielgewicht und einen Zeitplan fest.
- Welpen: drei bis vier Mahlzeiten täglich; achte auf ein gleichmäßiges, nicht zu schnelles Wachstum und lass dich zum Futter in der Praxis beraten.
- Erwachsene Möpse: zwei Mahlzeiten täglich.
- Senioren: meist geringerer Energiebedarf, weiter regelmäßig wiegen.
Leckerli, Kauartikel und der Mops-Blick
Die meisten Übergewichtsfälle entstehen nicht am Napf, sondern daneben. Jedes Stück Käse, Wurst oder Leckerli zählt. Als Faustregel sollten Belohnungen nur einen kleinen Teil der Tagesenergie ausmachen. Praktische Tipps:
- Zähle die Leckerli morgens aus dem Tagesfutter ab. Was übrig bleibt, wird gefüttert.
- Nutze für Training einen Teil des normalen Trockenfutters.
- Verwende kleine Gemüsestücke wie Gurke oder Karotte, wenn dein Hund sie mag.
- Alle in der Familie müssen mitmachen: ein Fütterungsplan am Kühlschrank hilft.
Futterart, Fresstempo und Zahnpflege
Ob Trocken-, Nassfutter oder eine Kombination, entscheidend ist, dass es als Alleinfutter gekennzeichnet ist und zu Alter und Gewicht passt. Möpse schlingen häufig. Ein Anti-Schling-Napf, ein Schnüffelteppich oder Futter in Spielzeug verlangsamt das Fressen und beschäftigt. Wegen der kurzen Schnauze stehen die Zähne oft eng, Zahnstein entsteht leicht. Putze die Zähne regelmäßig und lasse sie kontrollieren. Stelle Futter immer langsam über eine Woche um.
Wenn dein Mops schon zu dick ist
Das ist kein Grund für Vorwürfe, sondern für einen Plan. Lass zuerst in der Praxis klären, ob Krankheiten eine Rolle spielen und welches Zielgewicht realistisch ist. Danach gilt:
- Die Tagesration wird nach tierärztlicher Empfehlung angepasst, nicht nach Gefühl.
- Leckerli und Kauartikel werden entweder gestrichen oder aus der Ration abgezogen.
- Mehr Bewegung kommt langsam dazu, in kühlen Tageszeiten und in kurzen Runden.
- Gewicht und Körperform werden regelmäßig dokumentiert, am besten mit Foto von oben.
Geduld ist dabei wichtig, denn ein Mops, der abnimmt, bettelt anfangs oft noch mehr. Wer jetzt standhaft bleibt, entlastet langfristig die Atmung und den Rücken seines Hundes.
Typische Fehler und gefährliche Lebensmittel
- Bettelblick nachgeben, vor allem vom Esstisch
- Futter ohne Wiegen „nach Gefühl“ geben
- Hunger mit Zuwendung verwechseln: Spiel oder Spaziergang statt Snack
- Zu schnelle, radikale Diät auf eigene Faust
- Füttern direkt vor oder nach Anstrengung und bei Hitze
Giftig oder gefährlich sind Schokolade, Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln und Knoblauch sowie Xylit (Birkenzucker) in vielen Süßwaren und Backwaren. Hat dein Mops etwas davon erwischt, ruf sofort in der Praxis an.
Häufige Fragen
Wie schnell darf ein Mops abnehmen?
Langsam und kontrolliert. Wie viel pro Woche sinnvoll ist, legt die Tierarztpraxis anhand von Gewicht und Gesundheit fest.
Ist Trockenfutter besser als Nassfutter?
Weder noch. Wichtig sind Qualität, Verträglichkeit und die richtige Menge. Trockenfutter kann als Trainingsfutter praktisch sein.
Mein Mops bettelt ständig. Hat er wirklich Hunger?
Meist nicht. Rassetypisch frisst er gern und lässt sich schnell zu Mehrfütterung überreden. Bleib bei der Ration und biete Beschäftigung an.
Mehr zu Wesen, Pflege und Gesundheit der Rasse findest du im Mops-Steckbrief. Dieser Text ersetzt keine Beratung durch deine Tierarztpraxis.

