Ein Labrador frisst fast immer alles, was ihm vor die Nase kommt, und genau deshalb liegt die Kunst darin, die richtige Menge zu bestimmen. Der Energiebedarf hängt von Alter, Gewicht, Aktivität und Stoffwechsel ab; die Angaben auf der Futterverpackung sind ein Startpunkt, den du anhand der Figur deines Hundes anpasst.
Wie viel Futter braucht dein Labrador?
Labrador-Rüden und -Hündinnen wiegen laut Rassestandard im Schnitt zwischen etwa 25 und 36 Kilogramm. Einen festen Gramm-Wert für alle gibt es nicht. Ein Hund, der täglich Dummytraining macht, braucht deutlich mehr Energie als ein gemütlicher Familienhund, der mit zwei Spaziergängen auskommt. So gehst du vor:
- Starte mit der Fütterungsempfehlung auf der Packung, bezogen auf das Wunschgewicht deines Hundes.
- Wiege ihn alle zwei bis vier Wochen und prüfe die Rippen: Sie sollten tastbar, aber nicht sichtbar sein.
- Nimmt er zu, reduziere die Ration in kleinen Schritten; verliert er unerwünscht Gewicht, erhöhe sie.
- Stimme die Zielwerte bei Unsicherheit mit der Tierarztpraxis ab.
Trocken, nass oder selbst gekocht?
Es gibt nicht die eine richtige Futterart. Entscheidend ist, dass das Futter als Alleinfuttermittel für die Lebensphase deines Hundes ausgewiesen ist und er es gut verträgt. Trockenfutter ist praktisch und lässt sich gut dosieren, Nassfutter enthält mehr Wasser und sättigt oft länger beim gleichen Energiegehalt, was manchen Hunden mit großem Appetit entgegenkommt. Wer selbst kocht oder rohes Fleisch füttert (BARF), sollte die Ration von einer tierärztlichen Ernährungsberatung berechnen lassen, denn Mängel und Überschüsse bei Kalzium und Vitaminen entstehen schnell und fallen nicht sofort auf.

Welpen und Junghunde: lieber langsam wachsen
Labrador-Welpen sollen nicht möglichst schnell groß werden. Zu schnelles Wachstum und zu viel Energie gelten bei großen Rassen als Risikofaktor für Gelenkprobleme. Nutze deshalb ein Futter für Welpen großer Rassen und halte dich an die Mengenangaben, die du nach dem Alter und dem erwarteten Endgewicht ausrichtest. Orientiere dich an der Wachstumskurve, die du bei der Welpenvorstellung in der Praxis besprichst, und wiege wöchentlich. Verteile die Tagesmenge anfangs auf drei bis vier Mahlzeiten, später auf zwei. Nach den Mahlzeiten gibt es erst einmal Ruhe, keine wilden Spiele.
Den Appetit managen: Praxis-Tipps
- Leckerli zählen: Rechne Trainingsbelohnungen von der Tagesration ab, oder nimm dafür einen Teil des Trockenfutters.
- Futter erarbeiten: Schnüffelteppich, Futterbälle oder Streusuche im Gras bremsen das Schlingen und beschäftigen die Nase.
- Feste Zeiten: Zwei Mahlzeiten pro Tag mit klarem Ablauf geben Struktur und verringern das Betteln.
- Kein Futter aus der Hand am Tisch: Dem Betteln einmal nachgeben festigt es für lange Zeit.
- Gemüse als Füller: Mit Rücksprache der Praxis können gekochte Karotten oder Gurke Teile der Ration ersetzen.
Futter umstellen und die Ration anpassen
Wechsle das Futter nie von heute auf morgen. Mische über etwa eine Woche immer mehr vom neuen zum alten Futter, damit der Magen-Darm-Trakt sich gewöhnen kann. Bleibt der Kot dabei weich oder erbricht der Hund, geh einen Schritt zurück und frag bei anhaltenden Problemen in der Praxis nach. Passe die Menge außerdem an die Lebenslage an: Nach einer Kastration sinkt bei manchen Hunden der Energiebedarf, im Alter ebenfalls. Auch Sommerhitze oder lange Pausen im Training verändern den Bedarf. Führe am besten ein kleines Futtertagebuch mit Gewicht, Menge und Aktivität, so erkennst du Trends früh und musst nicht raten.
Wasser, Ruhe und Bewegung rund ums Fressen
Frisches Wasser sollte immer bereitstehen. Gönne deinem Hund nach dem Fressen eine ruhige Stunde, statt ihn gleich wild toben zu lassen. Bei großen, tiefbrüstigen Hunden gilt das als sinnvolle Vorsicht gegen Magenprobleme, auch wenn die Ursachen einer Magendrehung nicht vollständig geklärt sind. Gib lieber zwei kleinere Mahlzeiten als eine riesige.
Typische Fehler und Gefahren
- Nach Augenmaß füttern: Mit Messbecher oder Waage klappt es genauer.
- Zu viele Extras: Kauartikel, Käsestückchen und Reste summieren sich enorm.
- Mitleid mit dem Blick: Der Labrador-Blick ist reine Taktik, kein Hungerzeichen.
- Futter ohne Rücksicht auf Aktivität: Im ruhigen Winter braucht er oft weniger als in der Hochphase des Trainings.
- Giftige Lebensmittel: Schokolade, Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln und Knoblauch, Xylit (Süßstoff in Kaugummi und manchen Backwaren), Macadamia-Nüsse und Alkohol gehören nicht in den Hundenapf. Bei Verdacht auf Verzehr sofort die Praxis oder einen Tiernotruf anrufen.
Labradore verschlingen auch Fremdes unterwegs. Üben eines zuverlässigen „Lass es“ schützt vor Giftködern und Müll.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ein erwachsener Labrador fressen?
Zwei Mahlzeiten pro Tag sind für die meisten Hunde gut, etwa morgens und abends. Das verteilt die Energie und ist angenehm für den Magen. Bei großer Aufregung vor oder nach dem Fressen besser Ruhe einhalten.
Mein Labrador ist ständig hungrig. Ist er krank?
Meist ist es normale Rasse-Gefräßigkeit. Wenn aber plötzlich deutlich mehr Appetit, viel Durst oder Gewichtsverlust dazukommt, lass das tierärztlich abklären.
Darf mein Labrador Obst und Gemüse bekommen?
In kleinen Mengen sind etwa Apfel (ohne Kerngehäuse) und Karotte gut als Snack geeignet. Trauben und Rosinen sind dagegen tabu.
Mehr zu Wesen, Bewegung und Pflege dieser Rasse findest du im Labrador-Retriever-Steckbrief.

